Simphiwe
Dana Südafrika boomt in wirtschaftlicher wie kultureller Hinsicht, das Land am anderen Ende des afrikanischen Kontinents rückt kontinuierlich mehr in den Blickpunkt des Interesses. Mit der Überwindung der Apartheid wurde der Nährboden für eine kulturelle Expansion gelegt, die spätestens mit der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 auch den letzten Winkel der Welt erreichen wird. Doch bereits jetzt gibt es ungeheures Kreativpotenzial, das Weltniveau besitzt. Eine
der jüngsten Erfolgsgeschichten trägt den Namen Simphiwe Dana,
die junge Sängerin mit der tiefen, unter die Haut gehenden Stimme
gehört zu den absoluten Shooting Stars der südafrikanischen
Musikszene. Ihr Debüt-Album Zandisile erreichte inzwischen
Platin-Status Musikalisch geschult im Kirchenchor ihrer Heimat am East Cape, hört man die Gospel Music auf ihrem Erstlingswerk als deutlichen Einfluss heraus. Mit dem Ende der Apartheid wendete sich Simphiwe Dana zunächst einem Grafik-Design-Studium zu, nach ihrem Umzug nach Johannesburg, der Metropole der südafrikanischen Musikindustrie, erregte sie aber umgehend bei Open-Mic-Sessions die Aufmerksamkeit renommierter Musiker und Produzenten, die letztendlich in die Aufnahmen ihres ersten Albums mündeten. Mit Zandisile, stilistisch zwischen Soul, Jazz, Gospel, Hip Hop und traditionellen A-Cappella-Chören angesiedelt, stieg sie vom viel beachteten Newcomer zum Star auf. Bei den South African Music Awards, Südafrikas Äquivalent zum Grammy, bekam sie 2005 die Preise als Best Newcomer und Best Jazz Vocal Album, für die Awards als Beste Komponistin und Beste Künstlerin war sie ebenfalls nominiert worden. Alle Songs wurden von Simphiwe Dana selbst geschrieben, einige davon gemeinsam mit großen Namen der südafrikanischen Musikszene wie Produzent Thapelo Khomo, dem Ex-Keyboarder der Kultformationen Stimela und Bayete, oder Carlo Mombelli, der zu den Top-Bassisten in Südafrika zählt. Mit dem früheren Produzenten von Miriam Makeba, Victor Masondo, am Bass und Drummer Isaac Mtshali, der auf Paul Simons Graceland zu hören war, finden sich weitere prominente Künstler auf Zandisile. Als
wichtige Einflüsse nennt Simphiwe Dana die Jazzlegenden Lena Horne
und Sarah Vaughan, südafrikanische Veteraninnen wie Dorothy Masuka,
aber auch Künstler aus den Bereichen Reggae, Jive und traditioneller
Xhosa-Musik. Ihren eigenen Stil definiert sie als moderne afrikanische
Soul-Musik, ihre Texte sprechen hauptsächlich von der Bedeutung
der Tradition, vom Kampf um Selbstbewusstsein und Freiheit, besonders
auch der Frauen. Vor
zwei Wochen verließ Simphiwe Dana zum ersten Mal Afrika, um ihre
CD in Deutschland zu promoten und mit ihrer Band Konzerte zu geben.
Bis auf eine Ausnahme haben wir überall, wo wir aufgetreten
sind, stehende Ovationen bekommen. Das hatten wir nicht erwartet,
staunt die Sängerin. Mein Eindruck ist, dass man die Künste
hier sehr ernst nimmt. Obwohl sie das afrikanische Essen und die
Vibes von Johannesburg vermisst, gefällt es ihr in
Hamburg. Hier ist es sauberer als Zuhause. Die Menschen sind insgesamt
reservierter, aber nicht die Kids - die Kids sind überall gleich!
Bei
Interesse würde Ich mich freuen von Ihnen zu hören.
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