Die Vokalistin
Netsayi Chigwendere wurde 1973 in London geboren, nachdem
Ihre Eltern aus der damaligen britischen Kolonie Südrhodesien, dem heutigen
Simbabwe, geflüchtet waren. Während sich ihr Vater in den Guerilla-Camps
in Mosambik und Sambia aufhielt, wuchs Netsayi
mit ihren zwei Geschwistern bei ihrer Mutter in Camden
auf. In ihrer Kindheit traf sich ihre Familie häufig mit Landsleuten
und es wurde viel darüber gesprochen, was “Zuhause” passierte. Netsayi
erinnert sich: “Meine Mutter sprach oft davon, wie süß das Wasser daheim
und wie blau der Himmel dort ist. Ich glaube, ich sehnte mich nach meiner
‘Heimat’, meinen Wurzeln, bevor ich überhaupt wusste, was Sehnsucht
war.” 1980 zog
Sie mit ihrer Familie in das unabhängige Simbabwe. An den Wochenenden
hörten ihre Onkel dort Platten von Peter Tosh, Bunny
Wailer oder Denis Brown
und Netsayi schildert rückblickend: “Der Bass
bebte dann förmlich unter unserem Garten. Es war, als wenn das Blut
der Erde pulsieren würde.” Bereits früh zeichnete sich ab, dass Netsayi
eine künstlerische Richtung einschlagen würde: “Als ich 11 Jahre alt
war, hatte ich bereits 9 verschiedene Schulen besucht und in zirka 11
verschiedenen Häusern gewohnt. Die einzige Konstante zu dieser Zeit
waren meine Stimme, ein Stift, ein Blatt Papier und viele Ideen.” Nach der
Schulzeit studierte Sie “Visual Arts” und wirkte an Film- und TV-Produktionen
in Simbabwe und Südafrika mit, bevor Sie sich ganz der musikalischen
Laufbahn hingab: “Ich entschied mich für die Musik, weil ich frei sein
wollte, frei, um meine umfangreiche und kulturelle Erfahrung als menschliches
Wesen über die Musik ausdrücken zu können, ohne dabei durch kommerzielle
oder andere Aspekte eingeschränkt zu werden.” 2001 begann
Netsayi in Großbritannien Konzerte zu spielen
und etablierte sich mit ihrer einfühlsamen, kraftvollen Stimme. Schon
kurze Zeit später spielte Sie auf den großen, prestigeträchtigen Bühnen,
wie der Royal Albert Hall oder dem Hammersmith
Apollo. Im Jahr
2004 veröffentlichte Netsayi ihre Debütsingle
auf ihrem frisch gegründeten Label Militant Prince, darauf
enthalten der Song “Tatters”,
der die Trendsetter Ras Kwame
und Trevor Nelson vom BBC Radio begeisterte. Es folgten
einige Radiokonzerte für BBC Radio 1,3 und 4. Zwei Jahre
lang schrieb Netsayi in Großbritannien, Südafrika
und Simbabwe an ihren neuen Liedern, die nun auf “Chimurenga Soul” zu hören sind. Chimurenga bedeutet Befreiungskampf auf shona (eine in Simbabwe und Mosambik verbreitete Sprache)
und kämpferisch sind die Liedtexte von Netsayi,
die im Kontrast zu ihrer betörenden Stimme stehen und Geschichten erzählen,
die in der Realität wurzeln und ob aller Traurigkeit immer viel Hoffnung
im Herzen tragen. Soul bezieht sich auf ihre afrikanischen
Wurzeln. Auf englisch
und shona singend, bewegt sich das musikalische
Schaffen von Netsayi auf ihrem Debütalbum
in einem weit gefassten Spektrum aus Pop, Jazz, Soul und Folk. Dabei
verwebt Sie diese musikalischen Genres so spielerisch und mit einem
Selbstverständnis, als wenn der Begriff “Genre” nur in der Sprache,
nicht aber in der Musik existiert. http://www.netsayi.com/
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